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09
April
the smell of death
die feuerwehr klingelt. vor dem haus blockiert ein leiterwagen die rechte fahrspur. tina hat noch ihren pyjama an, als wir die tür öffnen. nichts. kein rauch, kein flackern oder knistern. nur dieser muffige, nach tierkadaver und pisse riechende, leicht süßliche dunst hängt in der luft. so wie immer. aber genau deshalb waren sie gekommen. es würde jemand vermisst werden, ob wir die feuerwehr gerufen hätten..
so, wie man sich das immer vorstellt, wenn man darüber redet. da sei wohl jemand gestorben und verwese langsam in seinem zimmer. der, bei dem der briefkasten schon seit wochen überquillt. oder der andere. vielleicht sind es auch brüder. drogen sollen im spiel sein. ein kleines kind will man auch gesehen haben. und wieder haben die nachbar nichts gemerkt! wir machen witze und halten den atem an, wenn wir durch das erste stockwerk müssen. jetzt ist die feuerwehr da. die wg unter uns erscheint und bestätigt die vermisstenmeldung. in ihrer wohnung, die direkt über dem ersten stock liegt, stinke es so schlimm, dass man nicht mehr schlafen könne. man befürchte das schlimmste und wolle sich jetzt gewissheit verschaffen. ein rundlicher und etwas verwahrlost aussehender zivilpolizist stellt fragen, die wir alle nur verneinen können. wir kennen diese leute einfach nicht. aber drogen auf alle fälle, da ist man sich jetzt ziemlich sicher. wir bleiben auf halber treppe stehen und beobachten, wie die feuerwehrleute, nach mehrmaligem klopfen ohne antwort, die tür ohne namensschild aufbrechen. der boden der wohnung ist gefüllt mit hunderten aufgestellter öttinger-flaschen. keine babyleiche. und auch keine andere leiche. um sicher zu gehen, wird kurzerhand auch noch die andere tür mitsamt türrahmen aus der wand geholt. ein ekelerregender geruch schlägt einem in die nase. der rettungssanitäter betritt als erstes das zimmer und verschwindet um die ecke. andere männer folgen dem mädchen. die polizisten warten gelangweilt draußen, was hart antrainiert wirkt. es dauert eine weile bis es nachricht aus dem inneren gibt: nichts. im zucker
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